Finanzielle Unterstützung nach der Geburt des Kindes

Nach der Geburt des Kindes können sowohl für die Eltern als auch für das Kind finanzielle Unterstützungsleistungen in Anspruch genommen werden.

Besondere Regelungen und Leistungen sehen u.a. das BAföG, das Bundeserziehungsgeldgesetz (BErzGG) und das Wohngeldgesetz (WoGG) vor.


In allen Fragen der finanziellen Unterstützung für Studierende während der Schwangerschaft steht Ihnen die Sozialberatung des Studentenwerkes gern zur Seite.


Für Eltern und Kinder sind folgende Hilfen und Unterstützungsleistungen vorgesehen:

BAföG-geförderte Studierende mit Kind(ern) erhalten ab Anfang 2008 einen Kinderbetreuungszuschlag. Der Kinderbetreuungszuschlag beträgt für das erste Kind 113 € monatlich, für das zweite und weitere Kinder jeweils zusätzlich 85 € monatlich. Dieser Zuschuss wird für die Zeit des Studiums pauschalisiert gewährt. Anträge erhalten Sie ab Januar in Ihrem Amt für Ausbildungsförderung.

Achtung: Der Kinderbetreuungszuschlag wird rückwirkend ab dem Monat der Gesetzesverkündung gezahlt. Die Verkündung wird im Januar 2008 erwartet.


BAföG-Verlängerung 

Wie während der Schwangerschaft wird bei der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren eine Ausbildungsförderung über die Förderungshöchstdauer hinaus für eine angemessene Zeit gewährt (§ 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG).

Es gelten folgende Zeiten als angemessen:

  • bis 5. Lebensjahr:        1 Semester pro Lebensjahr
  • 6. und 7. Lebensjahr:    insgesamt 1 Semester
  • 8. bis 10. Lebensjahr:   insgesamt 1 Semester

 

 

Zuschuss statt Darlehen: Anders als sonst im BAföG geregelt, wird die Ausbildungsförderung in diesem zusätzlichen Semester als Zuschuss gezahlt und braucht somit nicht zurückgezahlt werden.

Die Vergünstigung des § 15 Abs. 3 Nr.5 BAföG darf insgesamt ein Semester für den jeweiligen Zeitraum nicht überschreiten, und zwar auch dann nicht, wenn mehrere Kinder gleichzeitig betreut werden. Sie kann auf beide studierende Eltern verteilt werden. In diesem Fall haben die Eltern eine Erklärung darüber abzugeben, wie die Kinderbetreuung zwischen Ihnen aufgeteilt wurde.

Fehlende Betreuungsmöglichkeiten für das Kind gelten nicht als Grund für eine BAföG-Verlängerung.Lassen Sie sich bei Ihrem zuständigen BAföG-Amt beraten. Die Adresse Ihres BAföG-Amtes finden Sie im Adressteil.


Altersgrenze und BAföG  

Normalerweise können nur Studierende gefördert werden, die bei Beginn des Ausbildungsabschnittes das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Hierbei gibt es eine wichtige Ausnahmeregelung für Frauen/Männer, die aufgrund der Erziehung eines Kindes unter 10 Jahren ihr Studium zurückgestellt haben. Sie können auch nach Überschreiten der Altersgrenze BAföG erhalten. Die Erziehung kann nur der Elternteil geltend machen, der tatsächlich das Kind/die Kinder erzogen hat.

Allgemeine Informationen zum Elterngeld-Bezug

Für ihre neugeborenen Kinder bekommen Mütter und Väter Elterngeld.

Elterngeld ist eine einkommensabhängige Leistung, für deren Berechtigung Sie in Deutschland wohnen und Ihr Kind selbst betreuen müssen. Auf eine Erwerbstätigkeit müssen Sie nicht verzichten. Anspruch auf Elterngeld haben Eltern, die sich selbst um ihre Kinder kümmern und nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten. Das Elterngeld umfasst 67 % des bisherigen monatlichen Nettoeinkommens von Mutter oder Vater - bis maximal 1800 €. Das Mindestelterngeld, das Eltern erhalten, die vor der Geburt des Kindes nicht erwerbstätig waren (z.B. Studierende), beträgt 300 €.

Das Elterngeld wird an Mutter und Vater für maximal 14 Monate gezahlt. Beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Wer als Studierende/r vor Geburt des Kindes kein Erwerbseinkommen erzielt hat, erhält den Mindestsatz für zwölf Monate und kann nicht auf vierzehn Monate verlängern. Ein Elternteil kann höchstens zwölf Monate allein nehmen, zwei Monate sind als Option für den anderen Partner reserviert. Die Bezugsdauer des Elterngeldes kann bei gleichem Budget auf die doppelte Anzahl Monate verlängert werden, das heißt, ein Elternteil kann bis zu 24 Monate halbes Entgelt beziehen.  

Familien mit mehr als einem Kind können einen Geschwisterbonus erhalten. Dieser beträgt 10 Prozent des zustehenden Elterngeldes, mindestens jedoch 75 Euro monatlich. Der Geschwisterbonus steht zu, wenn insgesamt zwei Kinder, die das 3. Lebensjahr, oder insgesamt drei Kinder, die das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, mit im Haushalt der berechtigten Person leben.

Der vorgedruckte Antrag auf Elterngeld muss schriftlich für jedes Lebensjahr sechs Wochen im Voraus bei den Elterngeldstellen Ihres Wohnortes eingereicht werden. Dafür brauchen Sie die Geburtsurkunde, die Erklärung zum Einkommen und Verdienstbescheide sowie gegebenenfalls noch eine Bescheinigung über den Bezug von Mutterschaftsgeld. 


Anrechnung des Elterngeldes auf andere Sozialleistungen:

Der Grundbetrag von 300 bzw. 150 € wird mit dem Inkrafttreten des Haushaltsbegleitgesetztesa am 1.1.2011 voll auf Arbeitslosengeld II angerechnet. Es wird folglich entsprechend weniger Grundsicherung ausgezahlt. Bei Personen, die vor Geburt des Kindes Erwerbseinkommen in Höhe von mindestens 300 bzw. 150 € erzielt haben, soll das aber nicht gelten (§ 10 Abs. 5 BEEG).

Bei anderen Sozialleistungen - wie zum Beispiel Wohngeld - bleibt der Grundbetrag weiterhin anrechnungsfrei.

TIPP: Nähere Informationen über zur Elternzeit und zum Elterngeld erhalten Sie in der Broschüre „Elterngeld, Elternzeit“, die Sie kostenlos bestellen können bei:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Postfach 201 551
53145 Bonn

Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es auch nach der Geburt Ihres Kindes für Sie einen Mehrbedarfszuschlag. Er kann nur gewährt werden, wenn Sie alleinerziehend und "bedürftig" sind.

Als alleinerziehend gelten Sie, wenn Sie sich ohne Mitwirkung anderer um die Pflege und Erziehung Ihres Kindes kümmern.

Der Mehrbedarfszuschlag beträgt beim Zusammenleben mit einem Kind unter 7 Jahren 36 % der maßgebenden Regelleistung. Einen Antrag stellen Sie bei der ARGE. 

Damit einkommensschwächere Haushalte die Wohnkosten für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können, werden sie mit Hilfe des Wohngeldes unterstützt. Auf Wohngeld besteht ein Rechtsanspruch, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Der Bezug von Wohngeld ist im Wohngeldgesetz (WoGG) geregelt. Wohngeld ist ein nicht zurückzuzahlender Zuschuss zu den Wohnkosten.

Die meisten Studierenden sind allerdings nicht wohngeldberechtigt, weil sie entweder BAföG (der Bedarf für Unterkunft wird dort bereits mit berücksichtigt) erhalten oder ihr eigenes Einkommen bzw. das ihrer Eltern zu hoch ist. Hat aber ein Familienmitglied - in Ihrem Fall das Kind - keinen Anspruch auf BAföG-Leistungen, wird im Regelfall Wohngeld für den gesamten Haushalt (einkommensabhängig) gewährt. Somit können Studierende mit Kindern Wohngeld beanspruchen.

Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, hängt die Höhe des Wohngeldes von drei Faktoren ab:

  • der Zahl der zu Ihrem Haushalt gehörenden Familienmitglieder,
  • der Höhe des Einkommens der zu Ihrem Haushalt gehörenden Mitglieder und
  • der Höhe der zuschussfähigen Miete. 

Wohngeld können Sie nur erhalten, wenn Sie einen Antrag stellen und die Voraussetzungen nachweisen. Antragsformulare erhalten Sie bei der örtlichen Wohngeldstelle der Stadtverwaltung.   

Hinweis: Seit 01.01.2005 sind Empfänger bestimmter Sozialleistungen (sog. Transferleistungen, wie z.B. ALG II, Sozialgeld, Sozialhilfe etc.) sowie Mitglieder ihrer Bedarfsgemeinschaft vom Wohngeld ausgeschlossen. Deren angemessene Unterkunftskosten werden bereits im Rahmen der jeweiligen Sozialleistung berücksichtigt.

Sie können Kindergeld für Ihr Kind bei der Familienkasse beantragen. Kindergeld wird für die ersten drei Kinder in Höhe von 184 Euro pro Kind (190 Euro für das dritte und 215 Euro ab dem 4. Kind) zusätzlich zum Unterhalt, Erziehungsgeld und Mutterschaftsgeld gezahlt. Als Nachweis brauchen Sie lediglich die Original- Geburtsurkunde Ihres Kindes.

Auch für Sie könnte es weiterhin Kindergeld geben, wenn Sie noch nicht das 25. Lebensjahr erreicht haben und Ihre Einkünfte und Bezüge nicht mehr als 8004 Euro pro Kalenderjahr betragen. Als Einkünfte werden die Beträge gewertet, die sich nach Abzug der Werbungskosten und der Bruttoeinnahmen ergeben. Bezüge sind alle nicht zu versteuernden Einnahmen in Geld oder Geldeswert. Nicht zu den Bezügen zählen zum Beispiel Unterhaltsleistungen der Eltern und Erziehungsgeld.

Hinweis: Die Altersgrenze wurde 2007 auf 25 Jahre gesenkt! Aber es gibt Übergangsfristen: Wer 2006 das 24. Lebensjahr vollendet hat, für den gibt es noch bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres Kindergeld. Eine entsprechende Verlängerungszeit für den Wehr-/ oder Ersatzdienst kommt hinzu. Wer 2006 das 25. oder 26. Lebensjahr vollendet hat, für den gibt es weiterhin bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres Kindergeld. Auch hier besteht die Möglichkeit der Verlängerung bei Ableistung des Wehr-/ Ersatzdienstes, auch dann, wenn das Kind im Jahr 2006 bereits das 27. Lebensjahr vollendet hat.

Der Kinderzuschlag von höchstens 140 € und längstens 36 Monaten setzt voraus, dass die Eltern(teile) ihren Bedarf aus ihrem Einkommen (BAföG, Unterhalt der Eltern etc.) decken können, nicht aber den ihrer Kinder. Gemeinsam mit dem Kindergeld und dem Wohngeld soll der Kinderzuschlag grundsätzlich den Bedarf eines Kindes abdecken. Über den Bedarf hinausgehendes Einkommen der Eltern und solches der Kinder (Unterhaltszahlungen, Unterhaltsvorschuss, Kindergeld oder Renten) wird auf den Kinderzuschlag angerechnet, der sich entsprechend mindert.

Überschlägig können Sie mit Hilfe des  Online-Kinderzuschlagsrechners ermitteln, wie viel Ihnen zusteht bzw. ob Sie überhaupt anspruchsberechtigt sind. Das Antragsformular und sämtliches Informationsmaterial sind unter  www.kinderzuschlag.de oder bei den Familienkassen der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit erhältlich.

Bei allen Fragen rund um den Unterhalt, wie z.B. Unterhaltstabellen zu lesen sind und wie sich Bedürftigkeit oder Leistungsfähigkeit definieren, empfiehlt es sich, eine Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen.

Studierende mit geringem Einkommen können beim Amtsgericht einen (Rechts-) Beratungsschein beantragen. Mit diesem können Sie sich bei einem Rechtsanwalt zu Unterhaltsfragen beraten lassen. Auch die Jugendämter unterstützen Sie bei Unterhaltsfragen, insbesondere bei der Beantragung von Unterhaltsvorschuss. 

Kindern von Studierenden steht grundsätzlich ein eigener Sozialleistungsanspruch zu. Handelt es sich um Kinder einer erwerbsfähigen Studierenden, die mit ihr in einer Bedarfsgemeinschaft leben, so sind sie sozialgeldberechtigt. 

Bei solchen Kindern hat jedoch der Gesetzgeber zur Vermeidung von Kinderarmut einen vorrangigen Kinderzuschlag eingeführt. Wird also kein Kinderzuschlag gezahlt, sollte auf jeden Fall bei der ARGE Sozialgeld beantragt werden.

Studierende mit Kind sind oft nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell stärker belastet als ihre Kommilitonen ohne Kind. Als weiteren Beitrag zur Entlastung Studierender mit Kindern bietet das Studentenwerk Greifswald seit Oktober 2009 in allen seinen Mensen den sogenannten Kinderteller an. Dies sind kostenlose Mahlzeiten für Kinder von Studierenden bis 10 Jahre.

Anträge auf eine Kinderteller-Karte können bei Vorlage des Studierendenausweises, des Personalausweises und der Geburtsurkunde in der Sozialberatung Greifswald, Neubrandenburg oder Stralsund gestellt werden. Voraussetzung für die Gewährung ist, dass es sich um die eigenen Kinder von Studierenden der Greifswalder Universität, der Hochschule Neubrandenburg oder der Fachhochschule Stralsund handelt.

Weitere Informationen zur Antragstellung und den genauen Bedingungen sind in den Sozialberatungen Greifswald, Stralsund und Neubrandenburg zu erfahren.